Parkplatz-Mythen: Diese Fehler machen viele!

Rund zehn Minuten suchen Autofahrer im Durchschnitt einen freien Parkplatz. Klar, dass das nervt. Wir klären, was bei der leidigen Stellplatzsuche gerade noch erlaubt ist und welche Fehler besonders ins Geld gehen.

Der Klassiker: Parklücke freihalten

Mit einem Stuhl wird ein Parkplatz reserviert
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Da kochen regelmäßig die Emotionen hoch: Ein Autofahrer fährt am einzigen freien Parkplatz ein Stück weiter, um dann vorsichtig rückwärts einzuparken. In der Zeit hat sich ein anderer Fahrer schnell entschlossen vorwärts in die Lücke gequetscht.

Diese Situation ist klar geregelt: Die Parklücke darf nutzen, wer sie zuerst erreicht hat. Wichtig: Die Lücke muss aber immer mit dem Auto „erreicht“ werden. Untersagt sei daher auch, eine Lücke vom Beifahrer freihalten zu lassen. Allerdings sollten Autofahrer auch nicht jemanden aus der Parklücke herausdrängen, die dieser freihalten will. Denn das könnte als Nötigung bestraft werden.

Parkplatzverschwender werden bestraft

Ragt ein Auto in den Verkehr hinein und stellt damit eine Gefahr für andere dar, kann es sogar abgeschleppt werden. Unsere Experten raten auch dazu, die weißen Markierungen auf Parkplätzen zu beachten. Wer sein Auto schräg über eine der weißen Linien stellt oder gleich zwei Parkplätze blockiere, begehe eine Ordnungswidrigkeit.

Strafzettel schützt nicht vor weiteren Knöllchen

Klemmt bereits ein Knöllchen am Fahrzeug, ist das anders als von vielen vermutet kein Freifahrtschein für das Weiterparken ohne Ticket. Für längeres Falschparken können auch zwei oder mehr Strafen verhängt werden.

Bei kaputtem Parkautomaten reicht die Parkuhr

Parkplatz vom Discount: die private Firma Park & Control überwacht mit Sensoren die Dauer des Parkens von Kunden, aber vor allem von Fremdnutzern der Firmenparkplätze. Eine Mindeststrafe von 30 Euro gilt als verbindlich akzeptiert.
Bildrechte: imago images / Jürgen Ritter

Sind Parkscheinautomat oder –uhr defekt, können Autofahrer grundsätzlich einfach die Parkscheibe ins Auto legen und kostenlos parken. Aber: Vorher muss man trotzdem die Umgebung absuchen, ob es nicht noch einen anderen Ticketautomaten gibt, wo man sich ein Ticket ziehen kann. Gibt es keinen weiteren Automaten, reicht die Parkscheibe. Dann gilt die Höchstparkdauer, die auf dem Ticketautomaten angegeben ist. Um einem möglichen Streit mit dem Ordnungsamt gleich von vornherein aus dem Weg zu gehen, können Autofahrer die „Defekt“-Anzeige des Automaten mit dem Smartphone fotografieren.

Eltern- und Frauenparkplätze sind als Bitte zu verstehen

In vielen Parkhäusern und auf Parkplätzen sind extra Stellflächen für Frauen oder für Eltern mit Kindern ausgewiesen. Frauenparkplätze befinden sich meist in Nähe der Ausgänge, sind gut ausgeleuchtet und sollen so Autofahrerinnen mehr Sicherheit bieten. Zusätzliche Stellplätze sollen Eltern entlasten, die so ihre kleinen Kinder nicht erst zu einem weiter entfernten Parkplatz tragen müssen. Wichtig: Andere Autofahrer sollten sich daran halten und diese speziellen Plätze frei lassen. Wenn man sich trotzdem unberechtigt drauf stellt, begeht man aber keine Ordnungswidrigkeit.

In privaten Parkhäusern oder auf Supermarkt-Parkplätzen könnten Autofahrer allerdings gegen das Hausrecht der Betreiber verstoßen. Etwa, wenn ein Mann sein Auto auf einem Frauenparkplatz stellt.

Parken nur für den konkreten Einkauf erlaubt

Auf vielen Supermarkt-Parkplätzen stehen Schilder mit Aufschriften wie „Nur für Kunden“ und „Nur mit Parkscheibe erlaubt“. Dort dürfen Autofahrer wirklich nur für die Dauer des Einkaufs im Supermarkt oder Möbelhaus parken. Geht man davor oder danach noch zu einem anderen Geschäft um die Ecke, kann das Auto theoretisch abgeschleppt werden. Die Supermärkte dürften für die Kontrolle ihrer Regeln auch Parkdienste beauftragen.

Nicht die Warnblinke anschalten

Viele Autofahrer schalten kurz die Warnblinkanlage an, wenn sie kurz falsch oder in zweiter Reihe parken. Andere Autofahrer wissen dann: Der kommt gleich wieder. Vor Knöllchen schützt der Warnblinker aber nicht. Die darf nur benutzt werden, um vor Gefahrenstellen zu warnen. Autofahrer sollten besser kurz halten und innerhalb von drei Minuten auch weiterfahren. Dann gebe es auch keinen Ärger mit der Polizei.

Im Notfall hilft ein Zettel auf dem Armaturenbrett

Klebezettel für Windschutzscheibe bei Parkfrust
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Wer glaubt, mit einem Zettel auf dem Armaturenbrett den Abschlepper milde zu stimmen, sollte vorsichtig sein. Nur wer ganz genaue Angaben macht, kann um das Abschleppen herum kommen. Das Hinterlassen der bloßen Handy-Nummer reicht da nicht aus. Vielmehr muss man auch das Datum des aktuellen Tages zu lesen angeben, dann die Uhrzeit, wann das Fahrzeug abgestellt worden ist und das Kennzeichen des Fahrzeuges. Die Informationen sollten auf diese konkrete Situation beziehen - am Besten noch der Abstellort und natürlich auch die Telefonnummer und die Adresse angeben, wo sich der Fahrer gegenwärtig aufhält. Nur dann kann man auf Mitleid der Beamten hoffen.

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Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 06. Oktober 2020 | 10:45 Uhr

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