Quicktipp: Osterfeuer Darauf sollte man achten

1. Osterfeuer anmelden

Grundsätzlich muss ein Osterfeuer immer rechtzeitig bei der kommunalen Verwaltung angemeldet werden. Dort wird auch erklärt, ob gegebenenfalls weitere Genehmigungen einzuholen sind oder ob ortsspezifische Einschränkungen bestehen. Außerdem informiert die Verwaltung die jeweilige Rettungsleitstelle. Das ist wichtig, weil der Organisator des Osterfeuers bei einem irrtümlichen Feuernotruf von besorgten Anwohnern den Feuerwehreinsatz bezahlen muss.

Für die Anmeldung kann eine Gebühr anfallen. Wird das Feuer auf einem fremden Grundstück entfacht, bedarf es vorher auch der Einverständnisverklärung des Grundstückbesitzers. Außerdem sollte das Feuer nicht die Nachbarschaft gefährden oder belästigen (zum Beispiel die Nachtruhe beeinträchtigen). Am besten ist es, im Vorfeld die Nachbarn zu informieren.

2. Fläche vorbereiten

Bevor du beginnst, das Holz zu schichten, prüfe gewissenhaft, ob die angedachte Fläche eben und frei von leicht entzündlichem Bewuchs ist. Die Höhe und der Durchmesser der Holzaufschichtung sind ganz genauen ortsspezifischen Vorschriften unterworfen.

Aufgeschichtetes Holz lockt über Nacht Tiere wie Igel, Mäuse oder auch Vögel an. Um sie nicht dem Scheiterhaufen auszuliefern, häufe das Holz entweder erst kurz vor dem Entzünden auf oder schichte es vorher noch einmal um.

Schütze das vorbereitete Holz zum Beispiel durch eine Bewachung davor, von Unbefugten vorzeitig entzündet zu werden.

3. Brennmaterial auswählen und richtig anzünden

Anzünden des Osterfeuers durch die Freiwillige Feuerwehr.
Die Feuerwehr sollte über das Osterfeuer informiert sein. Mancherorts liegen die Feuer sogar in der Hand der dortigen Feuerwehr. Bildrechte: IMAGO

Greife beim Brennmaterial ausschließlich auf trockenes und unbehandeltes Holz bzw. auf Pflanzenreste zurück. Damit beugst du einer zu starken oder gesundheitsschädlichen Rauchentwicklung vor. Verwende auf keinen Fall Abfälle aus Nahrungsmitteln. Sie sind meist feucht und erzeugen viel Rauch. Auch Kunststoffe, Farbreste oder Autoreifen dürfen nicht verbrannt werden, weil sie giftige Gase freisetzen.

Nutze die Möglichkeit und frage beim zuständigen Forstamt nach Holz, das woanders keine Verwendung mehr findet. Damit sparst du sinnvoll Ressourcen.

Aber wie wird das Feuer am besten entfacht? "Obwohl brennbare Flüssigkeiten als Anzünder nicht verboten sind, empfehle ich die klassische Variante mit Papier oder Pappe. Das dauert zwar länger, vermeidet aber die Gefahr einer Stichflamme durch Ausgasungen, wenn versehentlich zu viel Brennflüssigkeit verwendet wurde.", empfiehlt Joachim Petrasch von der Leipziger Feuerwehr.

4. Abstand halten

Laut Gesetz muss das Feuer einen Mindestabstand von 100 Metern zu Gebäuden, zum Wald oder zu angrenzenden Feldern haben. Bei der Durchführung auf dem eigenen Grundstück verringert sich der Mindestabstand zu Wald und Feld auf 30 Meter. Zu verkehrsreichen Straßen und Bahnlinien ist wegen der möglichen Rauchentwicklung ein Abstand von 200 Metern einzuhalten. Achte generell auf eine ausreichende Entfernung zu Bäumen und Sträuchern.

Spezifische lokale Gegebenheiten wie die Nähe zu Tankstellen oder bestimmten technischen Anlagen können andere Abstandsreglungen zur Folge haben. Genaue Angaben dazu erfragst du bei der zuständigen kommunalen Verwaltung.

Natürlich solltest du selbst auch einen entsprechenden Abstand halten, um Rauchvergiftungen und Verbrennungen zu vermeiden. Besonderes Augenmerk sollte auf Kinder gelegt werden, die in ihrer Faszination schnell zu unvorsichtigem Verhalten neigen.

Eine nicht zu vernachlässigende Gefahr geht vom Funkenflug aus. Der ist vor allem dann gefährlich, wenn sich leicht entflammbare Stoffe, zum Beispiel Strohballen, in Reichweite der Funken befinden. Die Fenster der anliegenden Gebäude sollten vorsorglich geschlossen bleiben.

5. Kontrolliert abbrennen

Verantwortung für das kontrollierte Abbrennen sollte nur eine Person übernehmen, die über die nötige Erfahrung im Umgang mit großen offenen Feuern verfügt. Das gilt vor allem dann, wenn Brandbeschleuniger wie Benzin oder Anzünder benutzt werden. Die verantwortliche Person sollte die Feuerstelle ständig beaufsichtigen und erst verlassen, wenn das Feuer vollständig erloschen und erkaltet ist.

Ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Verhindert Waldbrände!"
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Beachte Windrichtung und Windstärke und orientiere dich bei der Durchführung des Osterfeuers immer an den aktuellen meteorologischen Bedingungen. Bewerte auf dieser Grundlage die Sicherheitsvorkehrungen. Sage das Osterfeuer notfalls auch ab, wenn das Risiko zu hoch ist. Ab Waldbrandstufe III ist auch bei Vorliegen einer amtlichen Genehmigung ein offenes Feuer verboten. Erkundige dich bei deiner Kommune, wo du die gegenwärtig geltende Waldbrandstufe abfragen kannst.

Halte stets geeignete Geräte und Löschmittel bereit. Lösche vor Verlassen der Feuerstelle vollständig ab.

6. Im Notfall sofort die Feuerwehr rufen

Pass besonders gut auf, dass sich das Feuer nicht unkontrolliert ausbreitet.

"Im Notfall gilt es, auf jeden Fall die Ruhe zu bewahren. Sollte das Feuer außer Kontrolle geraten, zögern Sie nicht, die Feuerwehr zu verständigen. Damit lässt sich größeres Unheil vermeiden", rät Feuerwehrmann Joachim Petrasch. Über Ostern sind die zuständigen Einsatzstellen rund um die Uhr auf Notfälle vorbereitet. Halte für den Fall eines Falles unbedingt eine Zufahrt für die Feuerwehr und den Rettungsdienst frei.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 13.04.2017 | 9 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. April 2017, 02:10 Uhr