Verkehrssicher durch den Herbst

26.10.2018 | 02:10 Uhr

Ein Auto fährt in der Dämmerung im Herbst auf einer Straße. 1 min
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MDR JUMP Fr 26.10.2018 02:10Uhr 01:02 min

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Die Temperaturen gehen deutlich nach unten, es wird früher dunkel, später hell, und Laub und Dreck liegen auf den Straßen: Nach den Sommermonaten müssen sich Autofahrer umstellen, um weiter sicher unterwegs zu sein. Wir haben mit Katharina Lucà vom ADAC Tipps fürs Fahren im Herbst zusammengestellt.

Winterreifen zeitig drauf

PKW fährt auf Herbstlaub
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In Deutschland gilt zwar die Winterreifenpflicht bei glatten und schneebedeckten Straßen. Einen Stichtag für den Wechsel gibt es aber nicht. Die Automobilverbände empfehlen als Orientierung regelmäßig die „O bis O-Regel“: Von Oktober bis Ostern sollten Winterreifen drauf. Die bieten nicht nur bei niedrigen Außentemperaturen unter sieben Grad im Vergleich mehr Fahrsicherheit, sagt Katharina Lucà: „Im Oktober hat man mit Laub, aber auch dem Lehm der Landmaschinen auf den Straßen zu kämpfen. Auch da haben die Winterreifen einen guten Grip und sind den Sommerreifen schon überlegen.“

Licht prüfen lassen

In der dunkleren Jahreszeit sollten Autofahrer gut sehen und auch gut gesehen werden. Viele Werkstätten bieten dafür im Oktober im Rahmen des „Licht-Tests 2018“ kostenlos Checks an. Dabei wird geprüft, ob alle Leuchten am Auto funktionieren und eine bestimmte Fahrbahnfläche nach den Vorgaben des Herstellers ausleuchten können. „Wir empfehlen die Checks, das ist auch keine Geldschneiderei. Die Sicht im Herbst ist einfach schlechter als im Sommer“, sagt unsere Expertin.

Für möglichst gute Sicht sorgen

Autofahrer sollten vor der dunkleren Jahreszeit die Scheibenwischer überprüfen und rubbelnde oder verschlissene Blätter austauschen. Die Wischerblätter hinterlassen sonst Schlieren, die bei Regen und Gegenlicht die Sicht extrem verschlechtern. Katharina Lucà rät zudem, am Auto die Scheiben innen und außen nochmal gründlich zu putzen:

Im Herbst steht die Sonne einfach extrem tief. Schmutz und Streifen streuen dann das einfallende Licht nochmal und das kann zusätzlich blenden.“

Winterausrüstung rein

Als Vorbereitung auf niedrige Temperaturen und Schnee sollten Autofahrer schon Eiskratzer und Handschuhe dafür ins Fahrzeug packen. Sicherheitshalber sollten sie zudem den Frostschutz in der Scheibenwischanlage und in der Kühlflüssigkeit überprüfen. Entsprechende Messgeräte – Refraktometer genannt - gibt es ab zehn Euro im Baumarkt.

Zudem sollte man in der Werkstatt die Batterie überprüfen lassen und gegebenenfalls austauschen. Die gehört nach unseren Erfahrungen zu den häufigsten Pannenursachen.

Sie empfiehlt zudem, die Tür- und Heckklappengummis als Vorbereitung auf den Winter mit einem Fettstift einzuschmieren. So könnten die nicht einfrieren. Auch der Türschlossenteiser kann jetzt schon in die Tasche.

Licht an!

Fahrlehrer und Verkehrswacht geben jedes Jahr im Herbst den Tipp: Frühzeitig das Licht einschalten. Viele Autos haben inzwischen das vom Gesetzgeber vorgeschriebene Tagfahrlicht, das jederzeit leuchtet. „Das reicht aber nicht aus, weil es das Auto nur vorn beleuchtet. Und dann wird man vom hinter einem fahrenden Verkehr einfach nicht so gut gesehen“, sagt Katharina Lucà. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe rät zudem, das Licht manuell einzuschalten und sich nicht auf die in vielen modernen Autos verbaute Lichtautomatik zu verlassen. Die reagiere bei diffusem Licht oft noch nicht.

Langsamer und vorausschauend fahren

Nasses Laub, tiefstehende Sonne, Wind, Regen und Wildwechsel: Auf all diese Gefahren sollten sich Autofahrer im Herbst einstellen und entsprechend vorsichtig fahren.

An manchen Stellen muss man zudem durch Rutschgefahr durch so genanntes Bauernglatteis rechnen. Das sind Lehm und Erdklumpen, die von Landmaschinen auf der Straße gelassen werden.

Bei Regen oder Nieselwetter könne sich dann gefährlicher Film auf dem Teer bilden und Autos und vor allem Zweiräder schnell außer Kontrolle geraten lassen. Für die dunkle Jahreszeit sollte man sich auch noch mal kurz die Tipps vom Fahrlehrer ins Gedächtnis rufen:

  • In Bodensenken möglichst langsam fahren. Dort kann Wasser stehen und dann Aquaplaning verursachen. Dabei schwimmen die Reifen auf, verlieren die Haftung und das Auto wird unlenkbar. Im Ernstfall hilft: Fuß vom Gas, Lenkrad gerade halten, auskuppeln und warten, bis die Reifen wieder Halt finden.
  • In Waldstücken mit Wildwechsel rechnen, die Ränder nach leuchtenden Augen von Wildtieren checken und bremsbereit sein.
  • Bei Hindernissen oder in Gefahrensituationen vorsichtig und nicht hektisch lenken. Ruckartige Lenkbewegungen können das Auto ausbrechen lassen.
  • Besonders morgens mit Eis rechnen. Die Temperaturen sind selbst im Oktober schon manchmal im Frostbereich. Besonders auf Brücken sollten Autofahrer mit glatten Straßen rechnen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 26. Oktober 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2018, 02:10 Uhr

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