DDR-Hit "Am Fenster" von City: Warum Sachsen daran mitverdient

Mit ihrer Rock-Hymne "Am Fenster" prägte die Band "City" eine ganze Generation. Der Freistaat profitiert nun davon. Doch warum ist das so?

City
City Bildrechte: MDR/Dana Barthel

Wenn jemand stirbt, kann dessen Nachlass an den Staat gehen. Meist sind dies aber keine sonderlich großen Gewinne. Anders aber bei dem DDR-Song "Am Fenster" von City. Daran verdient der Freistaat Sachsen nämlich mit.

Wie das Finanzministerium Dresden mitteilte, seien Sachsen im vergangenen Jahr etwa 10.000 Euro an Tantiemen und Lizenzgebühren zugeflossen. Grund dafür ist ein Gedicht, das dem Song zugrunde liegt. Dieses Gedicht stammt aus der Feder der Lyrikerin Hildegard Maria Rauchfuß, welche 2000 in Leipzig starb. Sachsen erhielt ihr Erbe.

Rockband CITY über den Dächern von Leipzig: Fritz Puppel (Gitarren), Georgi Gogow (Geige, Bass), Klaus Selmke (Schlagzeug), Toni Krahl (Gesang) und Manfred Hennig (Keyboards).
Bildrechte: imago/Andreas Weihs

Ein Staat zum Erben, wenn es keine Verwandten oder Partner gibt oder diese die Erbschaft ausgeschlagen haben. In diesen Fällen spricht man von einer sogenannten Fiskalerbschaft. Im Großen und Ganzen bringen solche Erbschaften aber keine großen Gewinne, wie das Ministerium erklärt:

In etwa 20 Prozent der Fälle erbt der Freistaat Immobilien - Häuser, Garagen, Kleingärten oder auch Gasthöfe, die meist überschuldet sind. Die Kosten für Unterhaltung oder Entsorgung der Erbschaften sind meist höher als das, was durch eine Veräußerung zu erzielen ist.

Allerdings gab es auch schon in der Vergangenheit immer mal besondere Nachlässe. So zum Beispiel eine Villa im 40er-Jahre-Stil inklusive einer Schelllackplattensammlung und einem Oldtimer, die auch an den Freistaat gingen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 10. Januar 2022 | 10:45 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP