Wissenschaftlich bewiesen: Mit diesem Trick ertragen Frauen Schmerzen besser

Niemand geht gern zum Zahnarzt. Vor allem wenn bekannt ist, dass gebohrt werden muss. Mit einem Trick lassen sich die Schmerzen aber besser aushalten. Die Wirkung ist aber nur für Frauen nachgewiesen.

Frau beim Zahnarzt
Spritze vorab oder Bild vom Partner ansehen: Beides soll Schmerzen lindern Bildrechte: IMAGO / Westend61

Das Netz ist voll von Lifehacks, also von kleinen Tricks und Kniffen, die einem das Leben ein bisschen leichter machen sollen: Schlechte Gerüche mit Zahnpasta beseitigen, dunkles Leder mit Teebeuteln pflegen, Filtertüten als Reinigungstuch benutzen und so weiter. Die drei genannten Tipps basieren übrigens allesamt auf Erfindungen, die in Sachsen gemacht wurden. Aber das nur nebenbei.

Dieser Lifehack macht das Leben wirklich leichter

Wie praktikabel die jeweiligen Vorschläge tatsächlich sind, das ist immer eine etwas individuelle Geschichte. Heute haben wir aber einen Lifehack für Euch, der ziemlich simpel und – wissenschaftlich beweisen! – dennoch wirksam sein sollte. Allerdings richtet er sich nur an Frauen. Sorry, Männer!

Es geht um einen Tipp, wie man Schmerzen, zum Beispiel beim Zahnarzt, leichter ertragen kann. Die verblüffend simple Antwort: Ihr solltet ein Foto Eures Partners mitnehmen. Dass das einen messbar positiven Effekt hat, hat nämlich gerade die Psychologin Christiane Hermann von der Justus-Liebig-Universität Gießen bewiesen. Im Fachmagazin „PLoS ONE“ berichtet sie zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen von ihren Versuchen mit rund 30 Probandinnen.

Wichtig sind entspannte Gesichtsmuskeln

Mann grüßt lächelnd in die Kamera des Tablets (Symbolbild)
Bildrechte: IMAGO Bildnummer: 0136151966

Es handelte sich allesamt um junge Frauen über 18, die in einer seit mindestens sechs Monaten bestehenden, glücklichen Partnerschaft lebten. Diese wurden im Namen der Forschung nun im Labor ein bisschen gepiesackt: Die Forscher verabreichten ihnen längere schmerzhafte Hitzereize am Unterarm und zeigten ihnen zeitgleich verschiedene Fotos. Die Teilnehmerinnen sahen neben Bildern von ihrem Partner, der einen emotional neutralen Gesichtsausdruck zeigte, auch unbekannte Personen, die freundlich, neutral oder wütend schauten, sowie Fotos von gewöhnlichen Haushaltsgegenständen. Die Frauen wurden dann gebeten, die Fotos, die sie sahen, zu bewerten und die Intensität der Schmerzreize einzuschätzen.

Dabei zeigte sich: Wenn die Probandinnen Fotos ihres neutral schauenden Partners oder eines lächelnden Unbekannten sahen, nahmen sie weniger Schmerz wahr als bei Fotos von Gegenständen oder von Unbekannten, die neutral oder ärgerlich schauten. Dieser schmerzlindernde Effekt zeigte sich gleich auf zwei Arten: zum einen bei der Selbsteinschätzung der Schmerzstärke durch die Probandinnen, zum anderen bei der Messung der Anspannung der Gesichtsmuskeln. Denn unsere Gesichtsmuskeln sind bei negativen emotionalen Zuständen – wie zum Beispiel beim Erleben von Schmerz – besonders angespannt. Bei den passenden Fotos war das aber nicht der Fall.

Schmerzlinderungs-Effekt wird jetzt auch bei Kindern untersucht

Der Effekt lasse sich tatsächlich in der Praxis nutzen, sagen die Forscherinnen: „So könnten Bilder der Partner zu einer schmerzhaften Untersuchung oder Behandlung mitgenommen werden“, schlägt die Psychologin Hermann vor:

Das könnte in Fällen hilfreich sein, in denen der Partner nicht mitkommen kann oder in denen seine Anwesenheit nicht hilfreich wäre, weil er selbst in der akuten Situation zu besorgt ist.

Ob ein ähnlicher Effekt auch bei Kindern zu beobachten ist, wird gerade in Gießen untersucht. Nur um die Männer, so scheint es, kümmert sich wieder keiner. Dabei sind die ja manchmal die größten Memmen. Aber auch das ist eine andere Geschichte.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 16. Oktober 2021 | 06:10 Uhr

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