Schwerer Sturm fegt über Mitteldeutschland

Die Sturmtiefs "Ignatz" und "Hendrik" haben mit ihren orkanartigen Böen von bis zu 150 km/h Chaos in Mitteldeutschland hinterlassen.

Eine Frau kniet sich mit ihren Kindern schützen vor dem Strum hinter einen Stein
Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Wenn ihr heute nicht unbedingt aus dem Haus müsst, dann lasst es lieber noch bleiben. Der Tiefdruckkomplex um "Ignatz" und "Hendrik" sorgt in Mitteldeutschland immer noch für Gewitter, Schauer und orkanartige Böen.

20 Liter Regen pro Quadratmeter

Auf dem Brocken konnten wir am Donnerstag Windstärke 12 verzeichnen, also bis zu 150 Kilometer pro Stunde. Aber auch im Tiefland gab es diese Böen. Zum Beispiel im Raum Erfurt 100 oder im Raum Halle, im Kabelsketal 104 Kilometer pro Stunde.

sagt das MDR Wetterstudio zu dem Sturm, der gestern ganz Mitteldeutschland im Griff hatte. Den meisten Regen gab es im Erzgebirge und im Vogtland. Da fielen 20 Liter pro Quadratmeter.

Chaos in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Feuerwehr beseitigt bei Straufhain herabgefallene Äste von Straße
Bildrechte: MDR/News5

Der Sturm hat für große Schäden und zahlreiche Behinderungen gesorgt. Die Feuerwehren in Sachsen-Anhalt sind am Donnerstag zu mindestens 700 Einsätzen ausgerückt. In Wittenberg und im Harz sind drei Verletzte wegen umstürzender Bäume zu verzeichnen. Bis zum Nachmittag registrierte die Feuerwehr in Dresden 257 Einsätze. In Leipzig fielen bei der Feuerwehr 291 Einsätze an. Verletzte hätte es hier aber nicht gegeben.

Nach Angaben der Thüringer Energienetze GmbH mussten zeitweise rund 20.000 Haushalte im gesamten Bundesland, vor allem in Sömmerda und im Saale-Orla-Kreis ohne Strom auskommen. In Sachsen-Anhalt und Sachsen waren 55.000 Haushalte betroffen. Auch der Nah- und Fernverkehr war teilweise lahmgelegt. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, ist heute bundesweit noch vereinzelt mit Beeinträchtigungen zu rechnen. Es liegen jedoch keine unwetterbedingten Streckensperrungen mehr vor.

Wie lange hält der Sturm noch an?

Bis in die Nacht mussten wir den starkem Wind und die Schauer noch ertragen, dann ließen die Böen etwas nach. Das Sturmtief ist in Richtung Süd-Finnland weitergezogen. Dass das nur eine kurze Pause war, sagte der Deutsche Wetterdienst MDR JUMP bereits gestern:

Anders sieht es morgen, also am Freitag aus, wenn wieder ein Tiefausläufer auf Mitteldeutschland trifft. Dann sind wieder schauerartige Niederschläge und Gewitter vor allem in Sachsen-Anhalt möglich.

Auch orkanartige Böen können heute wieder auftreten, allerdings 1-2 Windstärken niedriger. Mit dem Hoch "Quedlinburgia" wird das Wochenende wieder ruhiger. Am Samstag ist noch mit einigen wenigen Schauern zu rechnen. Am Sonntag kommt dann sogar wieder die Sonne zum Vorschein.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 22. Oktober 2021 | 09:00 Uhr

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