Spinnen-Invasion im Herbst: So schützen wir uns

Sie lauern wieder in den Ecken der Zimmer oder unter der Kellertreppe: Kleine Spinnen machen sich gerade im Herbst in Haus und Wohnung breit. Wir klären, warum sie scheinbar gerade jetzt vermehrt auftreten und welche Mittel die Tierchen zur Flucht bewegen.

Spinne versteckt sich in dunkler Ecke
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Temperaturen sinken und auch die Luftfeuchtigkeit nimmt im Herbst zu. Ideale Bedingungen für die Spinnen. Die lieben es feucht und warm. Bedingungen also, die in Wohnräumen und besonders in Bad und Keller vorherrschen. Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung erklärt im Gespräch mit MDR JUMP, wie wir am Besten mit den Spinnen in unserem Haus umgehen.

Diese Spinnen kommen am häufigsten in unsere Wohnung

Radnetzspinne

Sie bauen besonders gern ihre Netze auf Terrassen oder auf dem Balkon, wenn dieser beleuchtet ist. Daher hilft es, die Hausbeleuchtung auszuschalten.

Radnetzspinne
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Hauswinkelspinne

Das Badezimmer oder der Keller sind ihre liebsten Lebensräume. Hauptsache es ist feucht. Dann fühlen sich die Hauswinkelspinnen wohl. Eva Goris sagt: "Sie ist ein guter Schädlingsbekämpfer. Die Hauswinkelspinne frisst Kellerasseln, Tausendfüßler und kleinere Spinnen."

Gemeine Hauswinkelspinne
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Große Zitterspinne

Sie ist ein Netzkünstler: Wenn ein Feind zu nahe kommt, verwirrt sie ihn, indem sie das Netz wackeln lässt. Daher der Name Zitterspinne. "Die mag ich ganz besonders", meint Spinnenexpertin Goris.

Am Hinterleib der Spinne trägt sie viele Eier
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Müssen wir Angst vor Spinnen haben?

Meist leben die Spinnen versteckt das ganze Jahr über in der Wohnung. Im Herbst treibt sie der Fortpflanzungstrieb in die Öffentlichkeit. Dann sind die Männchen auf der Suche nach einem Weibchen, um sich zu paaren. So ist auch zu erklären, warum man den Eindruck bekommen kann, dass die Tiere gerade überall rumlaufen.

Wir stehen nicht auf dem Speiseplan von den Spinnen. Wer mehr Angst haben muss, sind die Spinnen. Und wenn die merken, dass die getötet werden sollen, flüchten die auch. Also, man muss keine Angst haben. In unserem Land lebt keine gefährliche Spinne.

Eva Goris, Deutsche Wildtier Stiftung

Das würde auch die Kreuzspinne betreffen, vor der man keine Angst zu haben braucht, erklärt Goris.

Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung
Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung gibt uns die besten Spinnen-Tipps. Bildrechte: Deutsche Wildtier Stiftung/Karin Costanzo

Herbstzeit: Mücken suchen im Haus einen Platz zum überwintern

Nicht nur Spinnen sind in diesen Tagen vermehrt in Innenräumen anzutreffen. Auch Mücken suchen sich im Herbst einen feuchten und warmen Platz zum Überwintern.

Die haben einen super Trick drauf: Die lassen sich dann verschrumpeln - alle Körperflüssigkeiten werden auf ein Minimum zurückgefahren und dann überleben die eingetrocknet bis zum nächsten Jahr und vermehren sich dann wieder.

Eva Goris, Deutsche Wildtier Stiftung

So kommen die Spinnen gar nicht erst ins Haus

Spinnenexpertin Goris ist skeptisch, was Hausmittel gegen Spinnen angeht. Oft werde Lavendel- oder Minzöl empfohlen. Aber: "Die alten Hausmittel wirken nicht so richtig. Die Spinnen sind hart im Nehmen." Viel besser sei immer noch der alte Trick mit dem Wasserglas:

Ich nehme also dieses Glas und die letzte Postkarte meiner Patentochter Anna. Dann stülpe ich das Glas über die Spinne, schieb die Karte unter die Öffnung und bringe die Spinne raus auf den Balkon.

Eva Goris, Deutsche Wildtier Stiftung

Bleibt eigentlich nur die Frage, wie lange die Spinne anschließend braucht, um wieder in die Wohnung zu kommen. Schließlich scheinen da ideale Bedingungen für Spinnen zu herrschen. Aber den Rückweg der Spinnen kann man ja immer noch mit Fliegengittern versperren.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 13. September 2021 | 15:27 Uhr

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