Eine Frau hat Kopfschmerzen.
Bildrechte: imago images / Westend61

Chronische Schmerzen: "Ich habe zwischen 12 und 18 Kopfschmerztage im Monat"

05.09.2019 | 13:34 Uhr

Es sticht, pocht, hämmert - mehr als zweihundert verschiedene Kopfschmerzarten unterscheiden Mediziner. Um auf das Leid der Betroffenen aufmerksam zu machen, gibt es jährlich am 05. September den "Nationalen Kopfschmerztag". Bea aus dem Weimarer Land leidet seit Jahren an starken Kopfschmerzen. Wir haben mit ihr über ihren Alltag mit starken Schmerzen gesprochen.

Eine Frau hat Kopfschmerzen.
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Bea ist 39 Jahre alt und lebt im Landkreis Weimarer Land. Seit der Pubertät leidet sie regelmäßig unter starken Kopfschmerzen. Seit ungefähr acht Jahren sind noch Migräne-Anfälle dazu gekommen.

MDR JUMP: Wie fühlst du dich, wenn so ein Migräneanfall kommt?

Bea: Das ist ein sehr schlimmer Zustand. Ich kann dann gar nichts tun. Jeder Schritt, den man tut, löst ein pulsieren oder hämmern im Kopf aus. Da hilft eigentlich nur Ruhe, keine Lautstärke, kein Licht, alles dunkel machen, Schmerzmittel und viel Schlaf. Man fühlt sich einfach platt und jedes Geräusch tut ganz doll weh im Kopf.

MDR JUMP: Gibt es irgendwas, was du gegen die Schmerzen tun kannst?

Bea: Leider nicht, da ich eine hormonell bedingt Migräne haben und diese Form ist sehr schwer zu behandeln.

MDR JUMP: Du hast auch bei Medikamenten-Studien mitgemacht - hat das was gebracht?

Bea: Leider nicht. Bei diesen Studien bekommt man ja entweder ein Placebo oder den Wirkstoff. Aber da die Studie noch nicht abgeschlossen ist, kann ich dazu noch nichts sagen.

MDR JUMP: Inwieweit beeinflussen dich die regelmäßigen Kopfschmerzen im Alltag?

Bea: Das beeinträchtigt mich schon ziemlich doll. Ich leide ja unter chronischer Migräne. Das bedeutet, ich habe zwischen 12 und 18 Kopfschmerztage im Monat. Das schränkt alles ein: Freizeitplanung, Urlaubsplanung. Man muss jeden Tag abwarten, wie es einem geht.

Freizeitplanung unmöglich

MDR JUMP: Wie planst du deine Freizeit?

Bea: Fast gar nicht. Leider.

MDR JUMP: Wie reagiert dein privates Umfeld auf deine Kopfschmerzen?

Bea: Meine Kollegen oder Freunde gehen damit ganz toll um. Die wissen alle Bescheid und ich habe da eine tolle Rückendeckung. Ich kann auch meinen Arbeitsplatz sofort verlassen, wenn es mir nicht gut geht. Mein Chef kennt meine ganze Krankengeschichte und nimmt darauf Rücksicht. Bis jetzt habe ich noch keine negative Erfahrung machen müssen.

MDR JUMP: Bei solch häufigen Kopfschmerzen - verzweifelst du da nicht auch mal und fragst, warum gerade ich?

Bea: Natürlich. Es gibt Phasen, wo ich weinend auf der Couch liege und sage, ich ertrag das nicht mehr, ich kann das nicht mehr, ich möchte das nicht mehr. Da muss man sich dann irgendwann wieder Kraft suchen. Man muss sich wieder motivieren und beispielsweise sagen, ok, morgen ist es vielleicht wieder besser. Aber klar, man ist in vielen Momenten sehr schwach.

MDR JUMP: Was hilft dir, wie motiverst du dich?

Bea: Mir helfen die schmerzfreien Tage - daraus ziehe ich die meiste Kraft und erfreue mich am Leben. Und dann freue mich während einer Attacke weil ich weiß, es kommen auch wieder bessere Tage.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 05. September 2019 | 13:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2019, 13:34 Uhr

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