"Weil du nur einmal lebst": Tote-Hosen-Doku im Kino

28.03.2019 | 11:44 Uhr

Der Dokumentarfilm zeigt den Kontrast zwischen den energiegeladenen Auftritten der Punk-Rock-Band und ruhigen, privaten Momenten hinter der Bühne. Dafür haben die Filmemacher die Düsseldorfer Musiker auf ihrer letzten Tournee bis nach Argentinien begleitet.

Tote Hosen-Sänger Campino bei einem Konzert auf dem Tempelhofer Feld
Bildrechte: imago/Kai Horstmann

107 Minuten lang sind die Kinozuschauer mit der erfolgreichsten deutschen Rockband auf Fahrt quer durch Deutschland und erleben die Konzerte in Dresden, Düsseldorf und Buenos Aires. Dafür war Regisseurin Cordula Kablitz-Post über zwei Jahre mit den Toten Hosen zusammen, im Bus, Backstage und eben auch bei vielen Konzerten.

Nachts im Freibad in Dresden

Für die Doku lassen die Punkrocker die Filmemacher sehr nah an sich heran: So wird auch gezeigt, wie sich Campino für ein Konzert mehr schlecht als recht einsingt. Auch sein Hörsturz, die Krisensitzung danach und der nächtliche Einbruch in ein Freibad in Dresden spielen in dem Film eine Rolle. Die Toten Hosen hatten erst im ausverkauften Dresdner DDV-Stadion gespielt. Danach wollte sich Campino im Freibad nebenan abkühlen. Weil es ein Foto aus dem Georg-Arnhold-Bad gab, erstatten die Betreiber Anzeige. Die Band bat in einem Brief um Vergebung und versprach eine 5.000 Euro-Spende:

Wir hatten die ganze Zeit Euer einladendes Schwimmbad vor Augen, konnten aber unserer Begeisterung nicht durch einen Besuch Ausdruck verleihen, weil wir ja bis spät in die Nacht beschäftigt waren. Als wir dann endlich Zeit hatten, aber das Bad leider schon geschlossen war, hatten wir uns eigentlich fest vorgenommen, zu warten bis Ihr wieder öffnet.

Das Bad teilte daraufhin mit, das Ganze auf sich beruhen zu lassen.

Kein Streit, keine Reibereien

Die Toten Hosen bei der Filmpremiere in Essen
Bildrechte: imago/Revierfoto

Der Film zeigt die Band in ihrem 37. Jahr. Dabei wird auch sichtbar, dass das Alter nicht ohne Spuren an Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Vom vorbeigegangen ist. So erzählt Frontmann Campino bei einem Spaziergang, dass er sich heute gewagte Klettereien auf der Bühne spare. Und die Band fragt sich, wie lange sie den Rock-Zirkus noch durchhält. Der Film zeigt auch, dass die Band auch nach 37 Jahren eine Einheit ist – mit Campino als Chef. Sie seien als Freunde gestartet und diese Ebene gebe es immer noch, sagt Campino:  

Den typischen Oasis-Twist oder Richards gegen Jagger kann man nicht erwarten. Aber es lebt sich auch ohne diese Streitigkeiten ganz gut.

Mitjubeln, mitsingen

Die Doku über die Toten Hosen feierte am Dienstagabend Premiere – vor 1.250 jubelnden Fans, die alle Lieder mitsangen. für die Filmemacher und die Musiker gab es langanhaltenden Applaus. Campino war begeistert:

Tote Hosen-Sänger Campino bei der Kinopremiere der Doku in Essen
Bildrechte: imago/Sven Simon

Das ist eben kein Konzert – das ist nur ein Kinofilm, eine Dokumentation noch dazu und insofern finden wir das ganz toll, wie die Essener uns hier empfangen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 28. März 2019 | 23:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. März 2019, 11:44 Uhr

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