Touristen ohne Profi-Astronaut im All

Jared Isaacman ist der nächste Milliardär, der sich den Traum einer Weltraumreise erfüllt hat. Mit "Inspiration4" schreibt er Geschichte: Es ist die erste All-Mission ohne Profi-Astronaut.

Die Crew der Inspiration – zwei Frauen, zwei Männer sind die ersten zivilen Raumfahrer.
Bildrechte: SpaceX

Die erste rein zivile Raumfahrtmission "Inspiration4" ist erfolgreich in den Weltraum aufgebrochen. Kurz nach zwei Uhr, am 16. September ist die Falcon 9 Trägerrakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX abgehoben. Der Start wurde live auf YouTube übertragen.

Zwei Männer und zwei Frauen

Der Milliardär Jared Isaacman, Gründer des Bezahlsystems Shift4 hat die Tickets für den dreitägigen Ausflug spendiert. Die Reise dürfte ihn um die 200 Millionen Dollar gekostet haben.

Wir haben eine Crew versprochen, die die besten menschlichen Qualitäten repräsentiert: Führungskraft, Hoffnung, Wohlstand und Großzügigkeit.

sagt der Unternehmer. Er selbst ist auch die Führungskraft und der Kommandant an Bord. Hoffnung, das ist die 29-jährige Arzthelferin Hayley Arceneaux. Sie arbeitet in einem Forschungskrankenhaus für krebskranke Kinder. Den hat sie als Kind auch selbst besiegt, erzählt sie:

Ich bin sicher, dass mich meine Reise durch die Krebsbehandlung hierfür vorbereitet hat. Der Krebs hat mich stark gemacht, ich fühle mich bereit fürs All.

Die Crew der Inspiration – zwei Frauen, zwei Männer sind die ersten zivilen Raumfahrer.
Bildrechte: SpaceX

Mit der Reise soll unter anderem Geld für ihr Krankenhaus und die Krebsforschung gesammelt werden. Ingenieur und früherer Luftwaffensoldat Chris Sembroski steht für die Großzügigkeit. Er hat seinen Platz mit einem Spendenlos gewonnen.

Ich will die Botschaft verbreiten und mehr Menschen inspirieren, ihre Talente zu teilen und gütig zu sein.

sagt er. Mit an Bord ist die 51 Jahre alte Professorin für Geologie und erste schwarze Raumschiff-Pilotin, Sian Proctor. Sie steht für Erfolg und Wohlstand und habe die Weltraumfahrt in ihrer DNA. Ihr Vater war Fluglotse für den Apollo-11-Flug zum Mond.

So weit draußen war seit 2009 kein Mensch mehr

Das Raumschiff soll sich in einer Höhe von 575 bis 590 Kilometern bewegen. So weit draußen war seit dem letzten Hubble-Einsatz im Jahr 2009 kein Mensch mehr. Die "Inspiration4"-Crew hat für den Flug ein halbes Jahr lang trainiert. Vor allem geht es darum Geld für die Krebsforschung zu sammeln und für kommerzielle Raumfahrt zu werben. Jared Isaacman sagt:

Die Geschichte wird 'Inspiration4' als entscheidenden Moment in der Weltraumfahrt festhalten - als wichtigen Schritt der Menschheit, um ihre Berufung im All zu finden.

Mit Material von MDR Wissen, Tagesschau, dpa

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 16. September 2021 | 06:00 Uhr

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