Warum wir Weihnachtsbäume aufstellen

Für die meisten von uns gehört ein schön geschmückter Weihnachtsbaum einfach zum Fest dazu. Ob künstlich oder echt – das ist Geschmackssache. Aber woher kommt eigentlich der Brauch des Baum-Aufstellens?

Mutter liest ihrem Kind vor Weihnachtbaum etwas vor. Merry Christmas and Happy Holidays! Pretty young mom reading a book to her cute daughter near Christmas tree indoors.
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Sich einen festlich geschmückten Weihnachtsbaum ins Haus oder die Wohnung zu stellen, hat eine lange Tradition. Die begann mit dem so genannten Paradiesspiel, das in der Kirche zu Weihnachten vor dem Krippenspiel aufgeführt wurde. Das sagt Brauchtumsforscher Manfred Becker-Huberti bei MDR JUMP:

Äpfel hängen an einem Strick von der Decke herunter, im Hintergrund steht ein Weihnachtsbaum
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Der 24.12. ist der Gedenktag für Adam und Eva. Und da wurde in der Kirche das Paradiesspiel gespielt. Bei diesem Spiel braucht man einen grünen Baum, von dem Eva eine Frucht pflückt und sie Adam reicht. Hier bei uns war das in der Regel zu Weihnachten eine Tanne, Fichte, Lärche oder ähnliches und daran band man kleine rote Äpfelchen.

Irgendwann bekam der Nadelbaum dann noch mehr Schmuck und hat den Weg aus der Kirche in die Häuser der Menschen geschafft. Der Brauchtumsforscher erklärt wie: Zum einen haben Gilden oder Innungen die Bäume für ihre Weihnachtsfeiern mitgenommen und kleine Geschenke für die Kinder daran gehängt. Zum anderen hat der evangelische Adel Kerzen auf das Bäumchen gesetzt und Weihnachtsgeschenke darunter gelegt. Zu dieser Zeit gab es den Brauch nur bei den Protestanten.

Stockevangelisch war das. Die Katholiken wollten so etwas nicht einmal geschenkt haben. Das änderte sich erst in der Zeit so um 1900, als die Katholiken auch den Baum übernahmen.

Geschmückter Weihnachtsbaum mit Geschenken
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Als Preußen 1870/71 Krieg gegen Frankreich führte, stellten die Protestanten zu Weihnachten Christbäume in die Schützengräben. Das gefiel den Katholiken dann doch so gut, dass sie das auch bei sich zu Hause eingeführt haben, so Brauchtumsforscher Manfred Becker-Huberti.

Trend: Weihnachtsbaum selber schlagen

Weihnachtsmann mit Baum im Schnee.
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Jetzt in Corona-Zeiten machen es sich die meisten zu Hause besonders schön und gemütlich. Da wird der Weihnachtsbaum auch schon mal früher aufgestellt. Etliche Forstämter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bieten schon jetzt an, den Weihnachtsbaum im Wald selbst zu fällen. Vielerorts muss man aber vorab einen Termin ausmachen, damit nicht zu viele Leute zusammenkommen. Denn auch im Wald gelten die Corona-Regeln, so Horst Sproßmann von Thüringenforst zu MDR JUMP:

Was sicher erforderlich ist, dass man einen Mund-Nasen-Schutz trägt und die Abstandsregeln eingehalten werden. Aber wir sind ja im Freien unterwegs und natürlich ist es so, dass die Ernteflächen weitläufig sind, so dass man sich da gut verteilen kann.

So viel kosten Weihnachtsbäume in diesem Jahr

Laut Sachsenforst liegen die Preise auf dem Vorjahresniveau. Konkret heißt das zwischen 15 und 35 Euro pro Baum. Auch in Thüringen werden die Bäume zu ähnlichen Preisen wie 2019 angeboten. Das beginnt laut Horst Sproßmann von Thüringenforst mit der Fichte. Da wird der laufende Meter wieder zwischen 7 und 7,50 Euro liegen.

So hält der Baum möglichst lang

Ein Baum aus der Region hat einen kurzen Transportweg hinter sich und ist meist noch recht frisch. Ob er auch erst vor kurzem geschlagen wurde, erkennst du an der hellen Schnittfläche. Ist die schon grau, liegt der Baum schon länger. Dein Schmuckstück stellst du zu Hause am besten in einen Weihnachtsbaumständer mit Wassertank. Und der Baum sollte nicht direkt an der Heizung stehen. Am längsten halten übrigens Nordmanntannen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Feierabendshow | 03. Dezember 2020 | 14:10 Uhr

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