Bis wann müssen Weihnachtspakete in diesem Jahr spätestens verschickt werden?

Das wird eine anstrengende Vorweihnachtszeit für alle Paketboten: Wegen Corona kaufen mehr Menschen online und verschicken häufiger Geschenke an ihre Lieben. Die Post ruft dazu auf, früh zu bestellen und zu verschicken.

So wie in diesem Sortier- und Verteilzentrum im französischen Toulouse dürfte es auch in vielen Paketzentren in Deutschland aussehen: Tausende Pakete müssen richtig und pünktlich auf den Weg gebracht werden.
So wie in diesem Sortier- und Verteilzentrum im französischen Toulouse dürfte es auch in vielen Paketzentren in Deutschland aussehen: Tausende Pakete müssen richtig und pünktlich auf den Weg gebracht werden. Bildrechte: imago images / Hans Lucas

Schon zum Beginn der Adventszeit haben die Paketdienste in diesem Jahr so viel zu tun wie nie zuvor: Auffällig viele Pakete an Privatpersonen müssen geliefert werden.

"Wahre Paketflut"

Die Post rechnet mit 15 Prozent mehr Paketen als im Vorjahr. Anke Blenn ist die Pressesprecherin der deutschen Post/DHL und spricht von einer "wahren Paketflut", die man zu Weihnachten zu bewältigen habe:

Wir haben Ende November in diesem Jahr schon mehr Pakete bearbeitet als im gesamten vorigen Jahr. Und um sich das mal für Weihnachten vorstellen zu können: Sonst haben wir im Schnitt 5,2 Millionen Päckchen und Pakete deutschlandweit. An Spitzentagen vor Weihnachten rechnen wir mit rund 11 Millionen Paketen oder sogar drüber.

Hermes rechnet mit 20 Prozent mehr Paketen als im Vorjahr. Wer ganz sicher gehen will, dass sein Geschenk spätestens zu Heiligabend für glänzende Augen sorgt, sollte sich zeitig kümmern: Also Geschenke besorgen und zeitig genug versenden.

Geschenke kaufen: Möglicherweise nicht alle Händler auf Ansturm vorbereitet

Niemand kann aktuell verlässlich sagen, wie viele Geschenke wirklich im Geschäft gekauft werden. Möglicherweise setzen sehr viele Menschen wegen Corona auf Onlinehändler. Diesen Trend hat die Vergleichsplattform idealo schon zeitig in diesem Jahr beobachtet. Offen ist, ob die Händler sich nach dem Ansturm vom Frühjahr entsprechend für Weihnachten vorbereitet haben. Sprecherin Elina Vorobjeva sagt:

Elina Vorobjeva, Sprecherin von idealo
Bildrechte: Elina Vorobjeva/idealo

Eine Frage ist ja immer, ob die kurzfristig bestellten Sachen wirklich auch noch pünktlich kurz vor Weihnachten ankommen. Das könnte dieses Jahr tatsächlich noch kritischer sein als sonst.

Mario Bauer von der Industrie- und Handelskammer Leipzig fordert dazu auf, bei lokalen Händlern zu kaufen. Die seien auf ein gutes Weihnachtsgeschäft angewiesen.

Die Wirtschaft in der Region sichert Arbeitsplätze. Und am Ende müssen wir auch sehen, bei allem Verständnis für die Maßnahmen und dem Gesundheitsschutz, dass wir auch nicht die Wirtschaft abwürgen.

Wer im Geschäft in der Nähe kauft, hat das Geschenk sofort in den Händen und entlastet auch etwas den Versandhandel.

Geschenke verschicken: Bis wann sollten die spätestens beim Paketdienst sein?

Festlich dekoriertes Weihnachtspaket
Bildrechte: imago images / CHROMORANGE

Bei der Post müssen Pakete bis am 19. Dezember bis 12.00 Uhr verschickt werden, damit sie pünktlich an Heiligabend unterm Weihnachtsbaum liegen. Im Notfall gibt es noch den teureren Expressversand, bei dem Sendungen am Folgetag zugestellt werden. Weihnachtspakete ins europäische Ausland sollten bis zum 16. Dezember auf den Weg gebracht werden. Die Post ruft zudem dazu auf, Pakete möglichst schnell aus Filialen und Packstationen abholen. So soll verhindert werden, dass diese volllaufen. Versandmarken für die DHL-Pakete sollten Kunden besser im Internet statt in den Postniederlassungen kaufen. Briefe und Postkarten an Empfänger in Deutschland sollten laut Post bis Dienstag, 22. Dezember, vor der Leerung eingeworfen werden.

Bei Hermes gilt die Frist: 20. Dezember bis 12.00 Uhr. Bis dahin sollten Päckchen und Pakete in einem der Paketshops von Hermes sein. Sprecher Sebastian Kaltofen sagte:

Für alle bis dahin abgegebenen Sendungen erfolgt ein erster Zustellungsversuch bis Heiligabend.

Er warnt davor, Pakete mit Schleifen zu dekorieren. Das können ganze Sortieranlagen außer Betrieb setzen. Sendungen ins Ausland sollten bis Samstag, 15. Dezember auf den Weg gebracht werden. Laut dem Deutschen Post-Verband (DVPT) können übrigens auch Kordeln oder lockeres Geschenkpapier die Maschinen blockieren und so die Auslieferung verzögern. Auch darauf sollte man besser verzichten.

Der Paketdienst DPD rät, innerdeutsche Weihnachtspakete bis zum 22. Dezember vor 12.00 Uhr abzugeben. Dann werden die Pakete noch am selben Tag abgeholt. Wer das nicht schafft, hat laut DPD noch die Möglichkeit des Express-Versands. So könne auch ein am 23. Dezember abgegebenes Paket pünktlich zu Heiligabend ankommen. Pakete ins Ausland sollten bis 18. Dezember, 12.00 Uhr, verschickt werden.

Bei UPS kommen Pakete noch pünktlich zu Heiligabend an, wenn sie am Dienstag, 22. Dezember, verschickt wurden. Mit Expressversand reicht auch der 23.12.2020. Pakete ins Ausland sollten mit UPS bis zum 18. Dezember auf die Reise gehen.

Wer mit GLS Pakete innerhalb von Deutschland verschickt, sollte die bis zum 22. Dezember im Shop abgeben. Für Pakete und Päckchen in EU-Nachbarländer ist der 21. Dezember die letzte Frist, für alle weiteren EU-Länder der 18. Dezember.

Lange Wege für Postboten verkürzen

DPD-Paketbote mit Maske vor Nase und Mund im April in München
Bildrechte: imago images / Sven Simon

Die Paketdienste haben für die Weihnachtszeit Tausende Mitarbeiter zusätzlich verpflichtet: Das soll Engpässe verhindern. Jeder Paketbote hat erfahrungsgemäß trotzdem jeden Tag ein ordentliches Pensum. Das bekommt man spätestens dann mit, wenn man zufällig den "DHL-Mann" oder die "Hermes-Frau" mit Dutzenden Paketen auf dem Arm vor der Haustür trifft. Wer ihre Arbeit etwas leichter machen will, kann ihre Wege verkürzen und ihnen beispielsweise ein paar Treppen im Mietshaus entgegen kommen. Die Mitarbeiter der Paketdienste achten darauf, niemand anzustecken. Das sollte man genauso halten und den Mund-Nasen-Schutz aufsetzen. Kleine Trinkgelder zu Weihnachten sind übrigens willkommen und laut DHL oder Hermes auch erlaubt. Und ein freundliches "Danke!" geht immer.  

Mit Material von der Nachrichtenagentur AFP.

Dieses Thema im Programm Die MDR JUMP Feierabendshow | 02. Dezember 2020 | 15:50 Uhr

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