Die ganze Wahrheit über Männer und Frauen

27.02.2020 | 15:17 Uhr

Männer sind Schweigsam und Frauen quatschen viel? Jede Frau, die mal in einer Männerrunde Mäuschen gespielt hat weiß, dass das Quatsch ist. Ein Blick in die Statistike offenbart aber, wo wirklich noch unterschiede zwischen Männern und Frauen liegen. Und wo die Baustellen bis zur Gleichberechtigung liegen.

In Deutschland leben laut Statistischem Bundesamt rund 83,1 Millionen Menschen. Teilt man die Bevölkerung nach Männern und Frauen auf, sieht das Bild etwa so aus:

Ein Tortendiagramm zeigt die Bevölkerung von ganz Deutschland, aufgeteilt nach Männern und Frauen. 41 Millionen Männer, 42,1 Millionen Frauen. Gesamt 83,1 Millionen Menschen. Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand: Feburar 2020
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Und in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sieht das Bild ungefähr gleich aus. In allen drei Bundesländern leben etwas mehr Frauen als Männer.

Bevölkerungszahlen der einzelnen Bundesländer

Tortendiagramm Bevölkerung
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Tortendiagramm Bevölkerung
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Tortendiagramm Bevölkerung
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Aber nur, weil Männer und Frauen in etwa 50:50 verteilt sind, heißt das noch lange nicht, dass Gleichberechtigung auch überall gelebt wird. Zum Beispiel bei der Kindererziehung. Pickt man sich beispielsweise die Zahl der Alleinerziehenden raus, so zeigt sich, dass Frauen hier doch noch das Gros der Arbeit machen.

  Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen
gesamt 125.600 77.000 51.000
Männer 19.200 3.550 7.000
Frauen 106.400 66.450 44.000

Ein umgekehrtes Bild bietet sich, wenn man sich die Statistik der Agenturen für Arbeit anschaut: In Thüringen sind rund 416.000 Männer sozialverischerungspflichtig beschäftigt. Aber nur 390.500 Frauen. Obwohl es also mehr Frauen in Thüringen gibt, arbeiten die Männer mehr. Gleiches gilt für Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Gleichzeitig verdienen Frauen im Durchschnitt immer noch weniger als Männer. Aber auch nicht in allen Bundesländern, in Sachsen-Anhalt verdienen Frauen zum Beispiel ein klein wenig mehr. Besonders auffällig ist es in Brandenburg.

Ein Blockdiagramm, dass zeigt, in welchen Bundesländern Männer mehr verdienen und in welchen Frauen.
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Diese sogenannte "Gender-Pay-Gap" gehört zu den Faktoren, die dafür sorgen, dass Frauen häufiger von Altersarmut betroffen sind, als Männer. Klar, wer weniger verdient, zahlt weniger in die Rentenkasse und bekommt am Ende auch weniger Rente. 16,4 Prozent der Frauen über 65 gelten als von Altersarmut betroffen. Bei den Männern sind es "nur" 12.7 Prozent.

Mehr Männer im Knast

Es gibt aber auch Statistiken, in denen Männer besonders unangenehm auffallen. Zum Beispiel beim Blick in die Gefängnisse. In allen drei mitteldeutschen Bundesländern sitzen wesentlich mehr Männer als Frauen ein. In Thüringen zum Beispiel 1.283 Männer und keine einzige Frau. In Sachsen-Anhalt sind es 1.475 Männer und 20 Frauen. Und in Sachen sieht die Sache ähnlich aus: Auf 3.569 Männer kommen 301 Frauen.

Und auch in der polizeilichen Kriminalstatistik fallen Männer negativ auf: 2018 gerieten insgesamt rund 2 Millionen Menschen unter den Verdacht, eine Straftat begangen zu haben. Drei Viertel davon waren Männer.

Was lernen wir daraus?

In den Statistiken finden sich teilweise immer noch eklatante Unterschied zwischen Männern und Frauen und die zeigen eben auch, dass die Gleichberechtigung zwar im Gesetz verankert ist, bis sie vollkommen umgesetzt ist, ist es aber noch ein weiter Weg. Und ein Tag wie der Internationale Frauentag am 8. März ist natürlich perfekt, um auf diese Ungleichheiten aufmerksam zu machen.

Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2020, 15:17 Uhr

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